Es gibt: Ein Bleiben im Gehen,

ein Gewinnen im Verlieren, im Ende einen Neuanfang

Japanisches Sprichwort

 

Raunacht zum 05. Januar

 

Die zwölfte Nacht auf 05. für den Dezember im Zeichen des Steinbocks

 

Reinigung und Transformation
Ungelöste Blockaden und Ereignisse können nun endgültig aufgelöst werden,

beispielsweise durch Räuchern, eine Meditation, Atemübungen oder anderen inneren Reinigungsrituale.

 

Die Nacht vor der “Dreikönigsnacht”, nach welcher die mystisch-magischen Raunachtstage,

welche eine besondere Wirkung auf das nächste Jahr haben könnten, wieder vorüber sind.

 

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Das Märchen zur zwölften Raunacht:


 

Holunder tut Wunder

 

Einmal in den Zwölf Heiligen Nächten, reiste Frau Holle über eine verschneite Heide. Das war im neuen Jahr.

Und sie horchte auf den Gesang der Bienen im hohlen Baum, auf den Atem der Tiere, die unter der Schneedecke schliefen oder in warmen Höhlen und Hügeln. Sie lauschte auf die Stimme der Steine und auf den strömenden Saft unter der Borke von Busch und Baum. Aller erstorbenen Blumen Frühlingshoffnung lag ihr im Ohr.

 

Es stand aber einsam auf der verschneiten Heide ein kahler, stakiger Strauch. Seine Zweige knackten zum Erbarmen im Rauhfrost der Rauhnacht.

Frau Holle lieh auch seiner Klage Gehör und fragte den Busch: "Was barmst du so?"

 

Da wehte es aus den brakigen Zweigen her:

"O große Mutter! All deinen Kindern hast du einen Nutzen und Sinn in den Keim gelegt. Die Menschen brauchen die Nuß von der Hasel, die Rute der Weide, und selbst den struppigen Ginster binden sie winters in ihre Besen. Dem Flachs hast du gute Fasern gegeben und allen Blumen Schönheit zur Augenweide. Nur mir hast du weder Glanz noch Nutzen verliehen. Und selbst die ärmsten Menschenkinder verschmähen mein mürbes Holz für den Hausbrand."

 

Die Klage rührte der Weißen Frau an das Herz, und sie lächelte: "Gut denn, weil du den Menschen so gerne hold bist, so will ich dir selber den Namen geben, Hollerbusch sollst du von Stund an heißen in ihrem Mund.

 

Dazu verleihe ich dir eine edle Kraft, die dich wert macht vor allen Sträuchern." Und sie schenkte dem Busch die Heilkraft der Rinde, der schönen weißen Blüten und füllte ihm seine tausend Beeren mit blutrotem Saft.

 

An schlimmen Tagen, als Not und Krankheit die Menschen heimsuchten in ihren Häusern, erkannten sie bald die heilenden Säfte vom Holderstrauch. Da holten sie den verschmähten Busch in ihre Gärten, an ihre Höfe, und alsbald war kein Backofen mehr in den Dörfern zu finden, in dessen Schutz nicht der Hollerbusch grünte und blühte. Die Kranken tranken den Saft und wurden gesund. Und die Kinder spielten im Duft seiner schattigen Blütenteller die allerliebsten Reigen.


 

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